octobre 2015


Es ist und bleibt ein Skandal: Noch immer sterben jeden Tag 25 000 Menschen, vor allem Kinder, an Hunger und Unterernährung. Und von sieben Milliarden Menschen hat eine Milliarde nicht genug zu essen. Können wir gleichgültig bleiben angesichts dieser tagtäglichen, flagranten Verletzung der fundamentalen Menschenrechte all dieser Personen, des Rechts auf Leben und des Rechts auf Ernährung?

Doch das Welternährungssystem hat noch andere Schwächen: Zwei Milliarden leiden an Mikronährstoffmangel – sie haben zu wenig Vitamine, Jod und Eisen – und 1,4 Milliarden an Übergewicht und Fettleibigkeit.

Muss also auf unserem Planeten die Getreideproduktion erhöht werden, wie viele behaupten, auch von Seiten der Konzerne und der Agrarindustrie? Umso mehr die Weltbevölkerung ja noch dauernd zunimmt? Nein, denn nur 40 Prozent der Getreideproduktion wird für menschliche Ernährung benutzt. Der größere Teil wird verwendet für Viehfutter–meist als Soja und Sojaschrott aus den USA und Lateinamerika – oder für Treibstoff für unsere Autos.

Dieser Soja wird unter nicht nachhaltigen Bedingungen produziert: Umfällen von riesigen Flächen von Tropenwäldern, Umstellung von Pampawiesen, Anbau von Monokulturen verbunden mit enormen Treibhausgasemissionen, verstärkt noch durch massiven Pestizideinsatz. Hinzu kommt ein hoher Gebrauch von GMO-Saatgut. Es ist also unbedingt notwendig, unseren hohen Fleischkonsum zu überdenken.

Erstes Fazit : Hunger ist also nicht so sehr ein Problem der Produktion von Lebensmitteln, sondern der Verteilung und der Kaufkraft.

Wer leidet am meisten an Hunger und Unterernährung? Sind es diejenigen, die in den Elendsviertel und Slums der Großstädte leben? Ja, aber das ist nur eine Minderheit. Drei Viertel der Hungernden sind bei der Landbevölkerung anzutreffen, hauptsächlich bei Kleinbauern, sowie bei Land- und Waldarbeitern, Landlosen und kleinen Fischern.

Trotz schneller Urbanisierung, ist die Landbevölkerung noch immer in den meisten Entwicklungsländern sehr groß, vor allem in Südsahara Afrika aber auch in Ländern wie Indien oder China.

Diese Kleinbauern wirtschaften in denkbar einfachen Verhältnissen. Ihre Betriebe sind nur ein oder zwei Hektar groß. Die Mehrheit verfügt lediglich über eine Hacke und ein Messer. Und es sind die Frauen, die den größten Teil der Feldarbeit verrichten.

Die Ursachen sind vielfältig. Wie in Indien haben viele keinen Zugang zu Land und müssen ihr Leben als Landarbeiter für Hungerlöhne im Dienst von Großgrundbesitzer verdienen. Eine Lösung kann nur über eine Landreform erfolgen, wie das in China, Südkorea oder Taiwan der Fall war. Und die Flächen, über die Kleinbauern verfügen, werden dauernd verkleinert durch Landgrabbing und Bodenspekulation durch Großbanken, Investmentfonds und transnationale Unternehmen.

Die Regierungen in den Entwicklungsländern müssten der Landwirtschaft in ihren Entwicklungsbemühungen eine viel höhere Bedeutung zukommen lassen. Zu oft haben die Stadteliten die Landbevölkerung einfach ignoriert, wenn sie ihnen nicht noch Steuern abverlangt haben.

Aber auch die Regierungen der reichen Länder haben in ihrer Entwicklungspolitik die Landwirtschaft im Süden vernachlässigt. Der Anteil der Entwicklungshilfe für Landwirtschaft ging von 20 auf 4 Prozent zwischen 1980 und 2004 zurück. Trotz der Welternährungskrise in 2008 werden heute immer nur knappe 5 Prozent zu diesem Zweck ausgegeben. Dieser Anteil ist unbedingt zu erhöhen.

Eine doppelzüngige Freihandelspolitik

Während Jahrzehnten haben die Europäer wie auch die Amerikaner die Entwicklungsländer, besonders diejenigen aus Afrika, dazu gebracht, ihre Märkte zu öffnen. Diese Freihandelspolitik hat die Einkommen der Regierungen durch das Herabsetzen der Zölle vermindert und sie genötigt, ihre Erziehungs- Gesundheits- und Entwicklungsprogramme zu drosseln. Diese Marktöffnung erlaubte uns Europäer, unsere Agrar- und Nahrungsmittelprodukte dort immer stärker zu Dumpingpreisen auf die Märkte zu bringen und somit die Kleinbauern ins Abseits zu drängen und mit ihren Familien in den Ruin zu treiben. Wir haben zu gleicher Zeit unsere europäischen Märkte für Milch- und Fleischprodukte, für Getreide und Zucker mit hohen Zöllen weiter geschützt.

Diese  doppelzüngige Politik wird jetzt noch dadurch verschärft, dass die EU Afrika neue Freihandelsabkommen abgerungen hat, die sogenannten wirtschaftlichen Partnerschaftsabkommen. Ein Bericht, die CONCORD, die Plattform der europäischen NGO’s, ausgearbeitet hat, stellt klar, dass diese Abkommen in keiner Weise zur Entwicklung beitragen werden, nur unseren Nahrungsmittelkonzernen helfen und sich vollkommen im Gegensatz zur Kohärenz der Politik befinden (Artikel 208 des Lissaboner Vertrages). Er rät davon ab, diese Verträge zu ratifizieren.

Ist es verwunderlich, dass sich immer mehr Afrikaner in ihrer Armutslage und Perspektivlosigkeit auf den Weg nach Europa über den Weg nach Lampedusa machen? Viele werden dabei ausgebeutet und verlieren ihr Leben.

Was tun?

Unser „Cercle des ONG“ fordert, dass sich unsere Regierung auch mit diesen Migrationsursachen auseinandersetzt und sich auf der Suche nach Lösungen zu folgendem engagiert:

  • Die Produktionskapazitäten in allen wirtschaftlichen Sektoren in Afrika begünstigen, vor allem in der Landwirtschaft und in der Industrie, so dass eine Vielzahl von Arbeitsplätzen enstehen und dezente Einkommen für die Bevölkerung sowie gerechte Preise für die Produzenten ermöglicht werden.
  •  Die europäische Zusammenarbeits-, Handels- und Landwirtschaftspolitik neu definieren, die den enormen Unterschieden in Entwicklung und Produktivität mit den Entwicklungsländern Rechnung trägt und die ihre Handelsbeziehungen auf das Prinzip der Nicht-Gegenseitigkeit und eine angemessene Regulierung der Märkte basiert. Kleinproduzenten müssen so geschützt werden können.
  • Die Ratifizierung der wirtschaftlichen Partnerschaftsabkommen zurückstellt und eine Studie dieser Abkommen durchführen lässt, die die Auswirkungen dieser Verträge für Entwicklung und Menschenrechte prüft in Zusammenarbeit mit allen Betroffenen.

Auf dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs, der vor einigen Wochen in New York über die Bühne ging, wurde eine neue Agenda der nachhaltigen Entwicklungsziele vereinbart.

Ziel zwei gibt sich mit dem Problem der Armut und des Hungers ab. Recht sinnvoll ist, wenn hierbei auf die Notwendigkeit einer nachhaltigen Landwirtschaft gepocht wird. Dass bis 2030, die landwirtschaftliche Produktivität und das Einkommen der Kleinproduzenten verdoppelt werden soll, besonders für Frauen, indigene Völker, bäuerliche Familien, Viehhirten und Fischer. Und das über einen sicheren und gerechten Zugang zu Land und zu anderen produktiven Ressourcen, zu Wissen, finanziellen Dienstleistungen und zu Möglichkeiten in der Wertschöpfung.

Verstärkte Investitionen, auch durch größere internationale Zusammenarbeit, in Infrastruktur, landwirtschaftliche Forschung und dem Aufbau von Saatgutbanken werden als Unterziele aufgeführt. Ebenso Maßnahmen, die die Bauern vor der Belastung von Umweltschäden und des Klimawandels schützen sollen. Die Rolle der Landwirtschaft in dem Erhalten der Diversität von Saatgut und Haustieren wird hervorgehoben.

Das zweite der siebzehn Ziele will die Armut und den Hunger bis 2030 beendigen. Ein lobenswertes Ziel, das sich aber bei der heutigen Freihandelslogik als völlig unrealistisch erweist. Denn die Agenda besteht weiter auf einem „offenen“ Markt, d.h. es bleibt bei der Logik des weltweiten Freihandels. Dies wird die Kleinbauern der Konkurrenz gegen Konzerne und Dumpingimporte weiter ausliefern und zu einer fortlaufenden Verarmung verurteilen.

Jean Feyder,

Autor von Mordshunger

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Imaginons plusieurs scénarii… Vous tombez malade et vous ne pouvez pas payer votre traitement. Vous avez un accident qui vous empêche de pouvoir continuer à travailler, vous ne percevez dès lors plus de revenus : vos enfants doivent travailler au lieu d’aller à l’école. La sécheresse touche votre région, les prix des denrées alimentaires s’envolent et les pertes de votre bétail s’accumulent : vous ne pouvez plus nourrir votre famille. Votre récolte est ravagée, vous ne pouvez pas acheter les engrais et semences indispensables pour votre future récolte : vous ne pouvez pas continuer votre activité agricole, vous vendez votre exploitation, vous n’avez plus de logement. Vous travaillez toute votre vie mais vous ne percevrez pas de pension : vous ne pouvez pas subvenir à vos besoins et ceux de votre famille.

Ces scénarii vous semblent-ils invraisemblables ? Et pourtant, cette réalité touche  plus de 70% de la population mondiale qui vit sans protection sociale. La sécurité sociale est considérée comme un droit fondamental reconnu par l’article 25 de la Déclaration Universelle des Droits de l’Homme[2] :

« Toute personne a droit à un niveau de vie suffisant pour assurer sa santé, son bien-être et ceux de sa famille, notamment pour l’alimentation, l’habillement, le logement, les soins médicaux ainsi que pour les services sociaux nécessaires ; elle a droit à la sécurité en cas de chômage, de maladie, d’invalidité, de veuvage, de vieillesse ou dans les autres cas de perte de ses moyens de subsistance par suite de circonstances indépendantes de sa volonté. »

Certains perçoivent la protection sociale comme un « luxe » dont les pays pauvres ne peuvent se doter ou encore comme un obstacle à l’optimalisation de la compétitivité économique pour les pays riches. Pourtant, de nombreux exemples démontrent qu’il est possible de poser les jalons d’un système de protection sociale, quel que soit le niveau de développement économique d’un pays et ce, tout en favorisant le développement économique de ce dernier.

Prenons l’exemple d’un pays émergent : le Brésil. Celui-ci a lancé en 2003 un programme visant à stimuler la croissance et le progrès social au sein de son pays à travers  le programme intitulé « Bolsa Familia Program (BFP)». Ce programme a permis d’accélérer l’extension de la couverture de protection sociale et l’augmentation des salaires minimaux tout en maintenant la croissance du développement économique. Le Brésil n’est qu’un exemple parmi tant d’autres qui tend à démontrer que la protection sociale favorise la croissance inclusive, la justice sociale, le développement humain et la stabilité politique d’un pays.

Le 16 octobre 2015, nous célébrons la Journée Mondiale de l’Alimentation (JMA) avec comme thème central : « Protection sociale et agriculture – briser le cercle vicieux de la pauvreté rurale ». La protection sociale est définie par l’Organisation des Nations Unies pour l’alimentation et l’agriculture (FAO) comme:

« un ensemble de mesures, de programmes et d’interventions visant à protéger les individus qui connaissent la pauvreté et l’insécurité alimentaire ou sont susceptibles d’y être exposés».

La protection sociale est un droit fondamental reconnu pour ses effets bénéfiques. Et pourtant, selon l’Organisation Internationale du Travail (OIT), 73% des êtres humains n’ont pas accès à la protection sociale. La majorité d’entre eux vit dans les zones rurales des pays en développement et dépend essentiellement de l’agriculture. A travers le monde, 500 millions d’agriculteurs veulent vivre de leur travail et nourrir leur famille. Ces paysans n’ont ni tracteur, ni subvention de la Politique agricole commune (PAC), ni couverture sociale. Ils sont les premiers à subir les aléas climatiques avec, au Sahel en particulier, des saisons de pluies de plus en plus irrégulières occasionnant des perturbations importantes dans le calendrier agricole, des sécheresses, des inondations, une désertification galopante, etc…

« Éradiquer la faim » fait partie des objectifs du développement durables (ODD) adoptés par l’ONU en septembre. Dans le monde, 870 millions d’êtres humains souffrent de la faim. La protection sociale a un impact immédiat sur la sécurité alimentaire et la réduction de la pauvreté, mais elle demeure toutefois un privilège ! Selon la FAO, les programmes de protection sociale peuvent contribuer à « l’accroissement des revenus tirés des exploitations agricoles, du rendement des cultures et de la productivité de l’élevage ». La protection sociale est donc tout sauf un luxe. C’est un droit fondamental de lutte contre les inégalités et la pauvreté.

« Nous devons non seulement lutter contre la faim, mais aussi contre les conditions qui en sont à l’origine… Il est indispensable de construire un avenir pour tous afin d’assurer un avenir acceptable : soyons la génération faim zéro ! » (FAO, 2015)

Cécile Havard

http://www.sosfaim.org

SPOT de la FAO à l’occasion de la Journée Mondiale de l’Alimentation 2015: